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Auf den Spuren des Wassers: 5 sehenswerte Brunnen
Eine erfrischende Reise durch Kunst, Geschichte und Natur in Florenz und Umgebung
„Marcello,
come here!“, sagte Anita Ekberg in dem Kultfilm La dolce vita, während sie sich
im Trevi-Brunnen in Rom erfrischte und damit unwissentlich einen
Nachahmungseffekt auslöste. Wir möchten selbstverständlich niemanden dazu
auffordern, in die Brunnen von Florenz
und Umgebung zu springen. Stattdessen schlagen wir eine erfrischende und kunstvolle Route vor,
auf der es fünf bewundernswerte Brunnen
zu entdecken gibt. Vom triumphalen Neptunbrunnen auf der Piazza della
Signoria über die eindrucksvollen Brunnen von Pratolino und Castello bis hin
zur Hommage an die Wäscherinnen von Grassina.
1.Neptun, der Gott des Meeres
Im
Herzen von Florenz thront an der
linken Ecke des Palazzo Vecchio auf der Piazza della Signoria der Neptunbrunnen. Dieser prächtige
Brunnen wurde von Großherzog Cosimo I. in Auftrag gegeben, der es als seine
Aufgabe betrachtete, Wasser dorthin zu bringen, wo es keines gab.
Rom galt zudem seit jeher als die Stadt der Brunnen. Mit diesem großartigen
Werk rückte Florenz der Ewigen Stadt auch symbolisch näher. Aus einem großen
Block apuanischen Marmors schuf Bartolomeo
Ammannati zwischen 1560 und 1565 die Figur des Neptun. Ein monumentales
Werk.
Der Brunnen in seiner heutigen Form, mit den Statuen aus Marmor und Bronze
sowie seiner Einfassung, wurde 1574 unter mächtig emporschießenden
Wasserfontänen eingeweiht. Der Neptun hat seit jeher die Aufmerksamkeit der
Florentiner und Reisenden auf sich gezogen, leider jedoch auch die von
Vandalen, die ihn zu verschiedenen Zeiten beschädigt haben. Der Brunnen ist
kostenlos und zu jeder Tages- und Nachtzeit zugänglich.
Ankommen
P.za della Signoria, 50122 Firenze FI
Wegbeschreibung(öffnet in einem neuen Fenster)2.Der Riese von Pratolino
Wir
begeben uns nach Pratolino, in
den Park einer Villa, die heute nicht mehr existiert. Erhalten geblieben ist
jedoch der erstaunliche Brunnen des Riesen,
auch Apennin-Koloss genannt.
Er zählt zu den Wundern dessen, was Francesco I. de’ Medici als einen wahren
Garten der Wunder gestalten wollte. Während der Park von Buontalenti entworfen
wurde, schuf Giambologna zwischen 1579 und 1580 die kolossale Statue des
Apennin. Der große, müde wirkende alte Mann blickt auf einen mit Seerosen
geschmückten Teich. Das Wasser tritt aus einem Wesen hervor, das der Alte mit
seiner Hand niederdrückt.
Wasser bildete den roten Faden der technischen Meisterleistungen der
Wasserbaukunst der Renaissance, die einst im Park von Pratolino zu bewundern
waren und von denen heute fast nichts mehr erhalten ist. Der Ort gehört dennoch
zum UNESCO-Welterbe und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Florentiner und
Besucher. Von April bis Oktober ist er am Wochenende geöffnet, in den übrigen
Monaten ist ein Besuch unter der Woche nach vorheriger Reservierung möglich.
Ankommen
Via Fiorentina, 276, 50036 Pratolino FI
Wegbeschreibung(öffnet in einem neuen Fenster)3.Die Rampe in Florenz
Wir
verlassen die Renaissance, bleiben jedoch in Florenz. Ein spektakuläres Ziel
sind die Rampe, weniger ein Brunnen
als vielmehr ein Komplex aus Becken, Felsen, porösen Steinen und
Brunnenanlagen, der den Viale dei Colli auf Höhe des Torre San Niccolò mit dem
Arno verbindet. Die eindrucksvolle Anlage wurde zwischen 1871 und 1876 von Giuseppe Poggi geschaffen und diente
vor allem der Stabilisierung des Hangs, auf dem das Straßensystem des Viale dei
Colli verläuft.
Es handelt sich um eine Stützanlage, die durch Wasserfälle und Fontänen
aufgelockert wird und über ein ausgeklügeltes System das Wasser einer sehr
großen Zisterne nutzt.
Der Aufstieg zu Fuß zum Piazzale Michelangelo, begleitet
vom Rauschen und Plätschern des Wassers, ist ein besonderes Erlebnis. Die
Anlage ist kostenlos und zu jeder Tages- und Nachtzeit zugänglich.
Ankommen
Piazza Giuseppe Poggi, 50125 Firenze FI
Wegbeschreibung(öffnet in einem neuen Fenster)4.Die Tiergrotte in Castello
Unmittelbar
außerhalb der Stadt befindet sich im Garten der Medici-Villa von Castello, die
ebenso wie der Park von Pratolino zum UNESCO-Welterbe gehört, ein ganz
besonderer Brunnen: eine kunstvoll gestaltete Grotte voller Statuen und
Wasserspiele.
Die Rede ist von der Tiergrotte,
auch Sintflutgrotte genannt. Die von Tribolo
entworfene Grotte zählt zu den berühmtesten Europas und wurde ursprünglich
durch spektakuläre Wasserspiele belebt. Sie bildet eine natürliche Grotte
täuschend echt nach, deren Wände mit Kieseln, porösen Steinen und Muscheln
verkleidet sind. In ihrem Inneren befinden sich drei Tiergruppen aus
verschiedenfarbigem Marmor.
Nach der Restaurierung, die auch das Wasseranlage umfasste, bietet die Grotte
während der gesamten Sommersaison bis in den Herbst hinein faszinierende
Wasserspiele. Diese sind mittwochs, samstags und sonntags zu drei verschiedenen
Uhrzeiten zu sehen.
Ankommen
Villa medicea di Castello, Via di Castello, 44, 50141 Firenze FI
Wegbeschreibung(öffnet in einem neuen Fenster)5.Der Wäscherinnenbrunnen in Grassina
Wir
verlassen Florenz und fahren nach Grassina
in der Gemeinde Bagno a Ripoli, wo uns ein Brunnen
erwartet, der vor allem aufgrund seiner Bedeutung bemerkenswert ist. Es
handelt sich um ein neueres Werk des einheimischen Bildhauers Silvano Porcinai
mit dem Namen Fonte della lavandaia, (Wäscherinnenbrunnen). Eine
Bronzestatue zeigt ein Mädchen, das in einem Steinbecken Wäsche wäscht. Die
realistisch dargestellten Einzelheiten erzählen von einer Tätigkeit, der die
Frauen dieses Dorfes vom 18. Jahrhundert bis in die 1960er-Jahre nachgingen.
Sie wuschen von Hand die Wäsche wohlhabender Familien und Florentiner Hotels
und nutzten dabei das Wasser der Bäche Grassina und Ema sowie die Kraft ihrer
Arme.
Der Brunnen, der seit 2009 auf der Piazza Umberto I steht, erzählt somit eine
Geschichte, die nicht in Vergessenheit geraten darf. Der Brunnen ist kostenlos
und zu jeder Tages- und Nachtzeit zugänglich.
Ankommen
Piazza Umberto I, 50012 Grassina FI
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